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Samstag, Juli 23, 2005

Wer ne Verwaltung braucht ...


Thank you for the full moon Neena

Hallo meine Lieben - nein ich bin nicht tot! Da muss ich ein paar Leute wirklich enttäuschen. Schlaflos im Sattel frisst uns auf. Thorsten vor Ort in der Südwestpfalz und ich am Telefon und vor der Obstkiste - Spass is' was anderes!
Was wie immer gnadenlos gut tut, ist die Tatsache, dass die Verbund der Irren prächtig funktioniert! Auch wenn es ach so gerne belächelt ist, weil Community ist ja out und überhaupt penetrant zelebrierte Freundschaften schon zweimal ... Just fuck off!
Vielen Dank an die vielen Helfer der letzten Wochen.
Wir haben das Rennen erfolgreich von Wallhalben nach Thaleischweiler-Fröschen (ja nee wirklich!) umgezogen und das innerhalb von drei Stunden!
Neuer Kurs, neues Fahrerlager, neue Verwaltung, neuer Bürgermeister! Wer hätte gedacht, daß ich mal von einem CDU-Politiker angetan sein würde. Thomas Peifer der Ortsbürgermeister von Th-Frö und ab Oktober Verbandsbürgermeister dieser kuscheligen Gemeinde in der Südwestpfalz, hat völlig überraschend für einen Politiker für Taten und Antworten gesorgt, anstatt wie die viele vorher nur mit Bedenken und Bremsankern hinter jeder Ecke zu lauern!

Schlaflos im Sattel findet zum erstenmal statt, es ist für uns alle ein neues Terrain und so wie ich es sehe, stehen viele in den Startlöchern und belauern, was wir wohl daraus machen werden. Aber schon zum heutigen Tag ist es für mich ein Erfolg, weil es offensichtlich doch noch möglich ist, etwas neues auf die Beine zu stellen, ohne im Sumpf der sich verwaltenden Bedenkenträger unterzugehen. Ab jetzt will ich mit dem Rennen nur noch Spass haben.

Bis in zwei Wochen!


Freitag, Juli 01, 2005

Kunstwerke

Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr auchtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, daß sie Crosscountry-Bikes noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten.

Dieser Planet hat - oder besser gesagt, hatte - ein Problem: die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Für und Wider kleiner Carbonteile, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen Carbonteile waren, die sich unglücklich fühlten.

Und so blieb das Problem bestehen. Vielen Leuten ging es schlecht, den meisten sogar miserabel, selbst denen mit Crosscountry-Bikes, die man als Kunstwerke bezeichnete.

Viele kamen allmählich zu der Überzeugung, einen großen Fehler gemacht zu haben, als sie von Hardtail auf Fully umgestiegen warn. Und einige sagten, schon die Federgabel sei ein Holzweg gewesen, die Starrgabel hätte man nie verkaufen dürfen.
Ganz Mutige beschuldigten gar die Firma Cannondale die ganze Welt an die Wand gefahren zu haben.

Und eines Donnerstags dann, fast dreißig Jahre, nachdem ein Mann auf einem alten Schwinn in Marin County völlig zugekifft einen Berg herunterfuhr und sagt: "Hey this is a cool Mountain-Bike", kam ein Mädchen, das ganz allein in einem kleinen Cafe in Nürnberg saß, plötzlich auf den Trichter, was die ganze Zeit so schiefgelaufen war, und sie wußte endlich, wie die Welt gut und glücklich werden könnte. Diesmal hatte sie sich nicht getäuscht, es würde funktionieren, und niemand würde für sein Endorfin öffentlich ausgelacht werden.

Nur brach traurigerweise, ehe sie ihr Handy nehmen konnte um jemandem davon zu erzählen, eine furchtbar dumme Katastrophe herein, und ihre Idee ging für immer verloren.